Dein wöchentlicher Deutschkurs ist gerade vorbei. Dein Exemplar von Menschen A1.2 (1. Auflage, 2012) aus dem Hueber Verlag liegt aufgeschlagen neben deinen Hausaufgaben auf dem Schreibtisch.

Wenn du dein Selbststudium an der aktuellen Lektion ausrichtest, bleibst du fokussiert und verzettelst dich nicht. Dieser Leitfaden zeigt dir anhand von drei originalen Begleitszenen, wie das in der Praxis funktioniert. Du findest diese auf dem Begleitkurse-Hub für Menschen A1.2. Diese Methode funktioniert wunderbar neben den Hausaufgaben deiner Lehrkraft und den offiziellen Audio-Aufnahmen. So findest du einen einfachen Weg, um mit dem Sprechen loszulegen.

Die Strategie basiert auf einer einfachen, flexiblen Routine für die Zeit zwischen den Unterrichtsstunden, die du an jede Lektion anpassen kannst. Zuerst hörst du dir ein kurzes Gespräch an, um den Inhalt grob zu verstehen. Dann spielst du einen kurzen Ausschnitt von 10 bis 20 Sekunden noch einmal ab. Als Nächstes sprichst du eine nützliche Wendung laut aus. Danach formulierst du eine persönliche Antwort, die zu deinem eigenen Leben passt. Zum Schluss schreibst du eine konkrete Frage auf, die du in die nächste Stunde mitnimmst. Mit dieser Routine verarbeitest du die Sprache aktiv, anstatt nur Sätze von einer Seite abzulesen.

Starte mit deiner aktuellen Lektion

Wähle für den Anfang eine Frage oder einen Dialog aus deiner aktuellen Lektion aus. Höre dir einen kurzen Track aus den Audio-Dateien des Verlags oder eine unserer Begleitszenen an. Halte die Aufnahme an, aber sprich nicht einfach nur die Sätze der Sprecher nach. Antworte so, wie es für dein Leben stimmt. Wenn du dich versprichst oder ein Wort nicht weißt, schreibe es auf. So hast du eine konkrete Frage für deine Lehrkraft in der nächsten Stunde.

So übst du Wegbeschreibungen (Lektion 13)

Nach dem Weg fragen und den Weg beschreiben ist das Kernthema von Wir suchen das Hotel Maritim. (Lektion 13). In dieser Lektion werden lokale Präpositionen mit dem Dativ eingeführt, die Anfängern oft Respekt einflößen.

Um diese Strukturen zu üben, kannst du den Begleitkurs Lost on the way nutzen. Die Szene spielt an einem Samstagnachmittag im Mai am Stadtrand von Bonn. Jakob grillt in seinem Kleingarten, als Miriam, eine Freundin aus dem Chor, ihn zum ersten Mal besucht. Sie hat die Straßenbahn genommen und ist an der richtigen Haltestelle ausgestiegen, läuft nun aber im Kreis herum. Sie ruft Jakob an, der sie fragt, was sie sieht, und sie Schritt für Schritt an den Orientierungspunkten vorbeiführt. Die beiden duzen sich im gesamten Gespräch.

Das Ziel ist hier rein praktisch: sagen, wo du bist, einer Wegbeschreibung folgen und beschreiben, wo sich etwas befindet. Du kannst diesen Aufbau nutzen, um entweder mit den Audio-Aufnahmen des Verlags oder mit unserem Begleitkurs zu üben.

So wendest du die Routine zwischen den Unterrichtsstunden auf diese Lektion an:

  1. Auf den Inhalt konzentrieren: Höre dir das Gespräch zwischen Jakob und Miriam an. Achte auf die genannten Orientierungspunkte wie die Haltestelle oder die Brücke.
  2. Einen kurzen Ausschnitt abspielen: Höre dir noch einmal die Stelle an, an der Miriam ihre direkte Umgebung beschreibt.
  3. Eine nützliche Wendung laut aussprechen: Sprich Miriams Satz nach:
  • „Ich kann den Garten nicht finden!“
  1. Eine persönliche Antwort formulieren: Halte das Audio an, wenn Jakob Miriam fragt, wo sie gerade steht. Beschreibe nun deinen eigenen Standort, statt ihre Antwort zu wiederholen. Du könntest sagen:
  • „Ich bin an der Haltestelle vor der Apotheke.“
  • Oder wenn du zu Hause bist:
  • „Ich bin im Haus neben dem Park.“
  1. Eine Frage mit in den Unterricht nehmen: Notiere dir alles, was dir bei den Dativ-Endungen unklar war – zum Beispiel, warum es an der Haltestelle heißt, obwohl es eigentlich die Haltestelle ist.

Personen in der Vergangenheit beschreiben (Lektion 19)

Das Aussehen und den Charakter von Personen beschreiben sowie auf Überraschungen reagieren sind die Schwerpunkte von Der hatte doch keinen Bauch! (Lektion 19). Die Grammatik führt das Präteritum von war und hatte ein, das Perfekt von nicht trennbaren Verben sowie negative Adjektive mit der Vorsilbe un-.

Diesen Rahmen bietet dir der Begleitkurs Twenty years later.

Die Szene spielt an einem Samstagabend im Juni in einem Biergarten am See in Potsdam. Die ehemaligen Klassenkameraden Katja und Henrik, die im Matheunterricht nebeneinander saßen, treffen sich nach 20 Jahren auf ihrem Klassentreffen wieder. Sie haben sich seit der Schulzeit nicht mehr gesehen. Während sie sich unterhalten, blicken sie über die Tische zu ihren alten Mitschülern: Jens, der früher einen Pferdeschwanz hatte, Nils, der nie geredet hat, und Leonie, die immer zu spät kam. Sie duzen sich und sprechen darüber, wie sich alle verändert haben.

Nutze die Fünf-Schritt-Routine für diese Lektion, damit sich die Vergangenheit natürlicher anfühlt:

  1. Auf den Inhalt konzentrieren: Höre dir das Gespräch auf dem Klassentreffen an. Achte auf die Personenbeschreibungen und die Reaktionen der beiden, als sie sich nach 20 Jahren wiedersehen.
  2. Einen kurzen Ausschnitt abspielen: Gehe zurück zu dem Moment, in dem Katja auf Jens im Biergarten zeigt.
  3. Eine nützliche Wendung laut aussprechen: Übe Henriks überraschte Reaktion:
  • „Den hab ich gar nicht erkannt!“
  1. Eine persönliche Antwort formulieren: Denke an eine Person aus deiner eigenen Schulzeit. Beschreibe, wie sie früher aussah und wie sie sich verändert hat. Du könntest sagen:
  • „Er hatte früher einen Pferdeschwanz, aber heute hat er eine Glatze.“
  • Oder beschreibe alte Gewohnheiten:
  • „Sie war immer unpünktlich.“
  1. Eine Frage mit in den Unterricht nehmen: Schreibe dir Verben auf, bei denen du dir mit dem Partizip II unsicher bist – besonders bei nicht trennbaren Verben wie erkannt oder vergessen.

Eine Feier planen mit dem Konjunktiv (Lektion 24)

Feste feiern, Wünsche äußern und Einladungen verstehen stehen im Mittelpunkt von Ich würde am liebsten jeden Tag feiern. (Lektion 24). Zu den wichtigsten Grammatikthemen gehören der Konjunktiv II mit würde und gern bzw. am liebsten für Wünsche sowie Ordnungszahlen für Datumsangaben.

Der Begleitkurs Planning a family party bietet dafür den passenden Rahmen. Die Szene spielt an einem Sonntagnachmittag im Mai in Theresas Wohnung in Bamberg. Sie hat Geburtstag und ihr Bruder Florian bringt ihr ein Geschenk vorbei. Er nennt sie Resi, sie nennt ihn Flo. Eigentlich möchte Theresa ihren Geburtstag lieber entspannt auf dem Sofa verbringen, anstatt eine Party zu feiern. Die beiden gehen jedoch schnell zu einer größeren Aufgabe über: Sie planen den 30. Hochzeitstag ihrer Eltern, der am 14. Juli im Garten der Eltern gefeiert werden soll.

Nutze die bewährte Routine, um diese Planungen zu üben:

  1. Auf den Inhalt konzentrieren: Spiele den Dialog ab und finde heraus, wo der Konflikt liegt zwischen dem, was Theresa an ihrem Geburtstag möchte, und dem, was ihr Bruder vorschlägt.
  2. Einen kurzen Ausschnitt abspielen: Höre dir noch einmal den Teil an, in dem die beiden über den Termin für den Hochzeitstag der Eltern sprechen.
  3. Eine nützliche Wendung laut aussprechen: Sprich Florians Glückwunsch nach:
  • „Alles Gute zum Geburtstag!“
  1. Eine persönliche Antwort formulieren: Stell dir deine eigene Wunschfeier vor. Drücke deine Wünsche laut mit dem Konjunktiv aus. Du könntest sagen:
  • „Ich würde am liebsten eine Party im Garten machen.“
  • Verbinde das mit einem genauen Datum und verwende Ordnungszahlen:
  • „Die Party ist am vierzehnten Juli.“
  1. Eine Frage mit in den Unterricht nehmen: Schreibe auf, wie man die Ordnungszahlen für Datumsangaben bildet – besonders den Unterschied zwischen Zahlen unter 20 und Zahlen ab 20.

Variiere deine Fragen, nicht nur deine Antworten

Wenn du mit jemandem aus deinem Kurs zusammen übst oder laut mit dir selbst sprichst, passe die Fragen an die Themen der gelernten Lektionen an. So bleibt das Üben abwechslungsreich und du bereitet dich auf echte Gespräche vor, bei denen sich kaum jemand an ein festes Skript hält.

Frage in Lektion 13 nicht immer nur: „Wo ist das Hotel?“. Passe die Frage an die Gegebenheiten in deiner eigenen Nachbarschaft an: „Wie komme ich zum Bahnhof?“ oder „Gibt es eine Bäckerei in der Nähe?“.

Frage in Lektion 19 nicht nur danach, wie jemand früher aussah, sondern erkundige dich nach Gewohnheiten oder Charaktereigenschaften: „War dein Bruder früher auch so unsportlich?“.

Wenn du in Lektion 24 ein Detail im Audio verpasst hast oder dir bei einem Wort wie Konzertkarten unsicher bist, nutze diese Lücke für eine neue Frage: „Was für Musik magst du?“. Indem du die Fragen flexibel anpasst, lernst du, dich in Gesprächen sicherer zu bewegen, und bist auf die unvorhersehbare Natur realer Unterhaltungen auf Deutsch vorbereitet.

Nimm eine konkrete Frage mit in den Unterricht

Das Ziel des selbstständigen Übens ist nicht, sofort fehlerfreie Sätze zu bilden. Es geht darum herauszufinden, was schon klappt und wo du noch Hilfe brauchst. Wenn du zu Hause das Sprechen übst, wirst du immer wieder auf Unsicherheiten stoßen. Vielleicht fragst du dich, ob die Dativ-Endung in Lektion 13 stimmt oder ob du ein Verb in der Vergangenheit in Lektion 19 richtig ausgesprochen hast.

Lass dich von diesen Zweifeln nicht bremsen. Sie sind wertvolle Hinweise für dich. Lege dir ein kleines Notizbuch oder eine Notiz auf deinem Handy an, die du speziell für deinen Deutschkurs nutzt. Wenn du beim Sprechen ins Stocken gerätst, notiere dir genau die Wendung oder die Regel, die dich verunsichert hat.

Nimm dir vor der nächsten Unterrichtsstunde ein paar Minuten Zeit, um deine Notizen mit den Grammatikübersichten und Vokabellisten in deinem Lehrbuch Menschen A1.2 abzugleichen. Wenn du die Lösung selbst findest – umso besser. Wenn du dir immer noch unsicher bist, frage deine Lehrkraft.

Denke daran, dass die offiziellen Audio-Dateien des Verlags und deine Hausaufgaben für diese Übungen völlig ausreichen. Die originalen Begleitgespräche von HearSay sind ein rein optionales Angebot, das dir zusätzliche Abwechslung und lebensnahe Kontexte bieten soll.

Den kompletten Index dieser optionalen Kurse findest du auf dem Begleitkurse-Hub für Menschen A1.2.

HearSay steht in keiner Verbindung zum Hueber Verlag und wird nicht von ihm unterstützt. Menschen A1.2 ist eine Marke des jeweiligen Eigentümers. Bei den angebotenen Materialien handelt es sich um unsere eigenen Gespräche, die passend zu den Themen der Lektionen verfasst wurden.

FAQ

Welche Ausgabe und welche Kapitel von Menschen A1.2 nutzt dieser Leitfaden?

Dieser Leitfaden bezieht sich auf die 1. Auflage (2012) von Menschen A1.2 aus dem Hueber Verlag. Er konzentriert sich besonders auf die Themen und die Grammatik der Lektionen 13, 19 und 24. Wenn du eine andere Ausgabe nutzt, vergleiche am besten dein Inhaltsverzeichnis mit den hier genannten Themen.

Kann ich diese Übungsmethode auch ohne HearSay nutzen?

Ja, absolut. Die offiziellen Audio-Aufnahmen des Verlags, dein Lehrbuch und deine Hausaufgaben reichen für diese Routine völlig aus. HearSay bietet dir lediglich optionale, originale Begleitgespräche zu denselben Themen an, falls du zusätzliche Hör- und Sprechübungen machen möchtest.

Was mache ich, wenn ich ohne Ablesen nicht antworten kann?

Fange klein an. Wenn du eine Frage nicht direkt laut beantworten kannst, schlage zuerst nur ein einziges wichtiges Wort oder eine Redewendung nach. Versuche, eine ganz kurze Antwort aus nur ein oder zwei Wörtern zu geben, und schreibe dir alle unklaren Grammatikformen auf, um sie in der nächsten Stunde deine Lehrkraft zu fragen.